Montag, 26. Dezember 2011
"Wir sind niemandem Rechenschaft schuldig"
foodcoach, 14:15h
Eine Idee:
"Der SPIEGEL ist in verschiedene Discounter gegangen und hat eingekauft für ein zufälliges Menü mit drei Gängen, Massenware für den Massenkonsum. Das Menü kostet 7,19 Euro für vier Personen."
Drei Passagen:
Suppe: "Schwebende Pilze", sagt Helmboldt, die wünsche sich der Verbraucher. Die Pilze sollen nicht auf dem Grund in der Suppe liegen, sie sollen darin fliegen wie Blüten in der Luft.
Hauptspeise: Nasa, CCP, Group Quality Manager, es könnte der Eindruck entstehen, Ulrich Börger würde Schweine ins All schicken wollen, nicht ins Kühlregal von Netto.
Wein: Traubensaftkonzentrat ist Sirup, fast nur Zucker. Señor López findet, das ruiniere den Wein. Aber er hat gelernt, dass seine Logik längst im Wein ersoffen ist. Er macht ihn, wie die Deutschen es ihm sagen, sweet and cheap.
Weiß er, dass viele Deutsche seinen Wein für Fusel halten?
Jacinto Trillo López geht stumm über sein Feld, vorbei an knorrigen Weinbüschen, und sagt nichts mehr.
Fazit:
Eine Pilzsuppe mit schwebenden Pilzen aus Weißrussland.
Hackfleisch aus der Schlacht-Rakete.
Tomaten aus Müll.
Nudeln mit Eiern, von denen die Hersteller nicht wissen, wo sie herkommen.
Wein, der seinen Winzer traurig macht.
Waffeln mit Eiern aus Käfigen.
Vanilleeis ohne Vanille.
Guten Appetit. Bitte lesen Sie den kompletten Artikel!
Das Schweigen der Hühner
"Der SPIEGEL ist in verschiedene Discounter gegangen und hat eingekauft für ein zufälliges Menü mit drei Gängen, Massenware für den Massenkonsum. Das Menü kostet 7,19 Euro für vier Personen."
Drei Passagen:
Suppe: "Schwebende Pilze", sagt Helmboldt, die wünsche sich der Verbraucher. Die Pilze sollen nicht auf dem Grund in der Suppe liegen, sie sollen darin fliegen wie Blüten in der Luft.
Hauptspeise: Nasa, CCP, Group Quality Manager, es könnte der Eindruck entstehen, Ulrich Börger würde Schweine ins All schicken wollen, nicht ins Kühlregal von Netto.
Wein: Traubensaftkonzentrat ist Sirup, fast nur Zucker. Señor López findet, das ruiniere den Wein. Aber er hat gelernt, dass seine Logik längst im Wein ersoffen ist. Er macht ihn, wie die Deutschen es ihm sagen, sweet and cheap.
Weiß er, dass viele Deutsche seinen Wein für Fusel halten?
Jacinto Trillo López geht stumm über sein Feld, vorbei an knorrigen Weinbüschen, und sagt nichts mehr.
Fazit:
Eine Pilzsuppe mit schwebenden Pilzen aus Weißrussland.
Hackfleisch aus der Schlacht-Rakete.
Tomaten aus Müll.
Nudeln mit Eiern, von denen die Hersteller nicht wissen, wo sie herkommen.
Wein, der seinen Winzer traurig macht.
Waffeln mit Eiern aus Käfigen.
Vanilleeis ohne Vanille.
Guten Appetit. Bitte lesen Sie den kompletten Artikel!
Das Schweigen der Hühner
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Donnerstag, 6. Oktober 2011
foodcoach, 18:13h
Pause wegen Pause.
Nur kurz, aber bitte:
Essen Sie weiter.
Nur kurz, aber bitte:
Essen Sie weiter.
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Montag, 26. September 2011
Noch 4 Tage, ran an die Töpfe!
foodcoach, 16:20h
Delinat sucht euch, die ihr dort draußen Pasta kocht und Wein trinkt. Für ihren neuen Sizilianer in der Runde, den Bona Rossa, werden leckere Rezepte gesucht, die zu diesem Wein passen. Das ganze geht sehr unbürokratisch über diesen Link HIER, und bis zum 30.09., dann ist Einsendeschluss.
HIER entlang geht es zum Pastawettbewerb.
Da die Zeit jetzt knapp ist, den Bona Rossa noch zu ordern (was aber immer noch geht), kann man sich auch an den Degustationsnotizen entlang hangeln und drauf los kochen.
Und weil ich die Ehre habe -neben meinen geschätzten Mitjuroren- in der Jury zu sitzen, habe ich erstens selbst die Nudel in die Hand genommen (aber ich und M., wir dürfen natürlich nicht mitspielen) und dieses Rezept hier vorgelegt, und zweitens platze ich fast vor Neugier, was alles eingesendet wird.
Folgt einfach diesem LINK, und lest, was wir Juroren so alles in die Töpfe geworfen haben.
Pasta zum Bonarossa: «Spaghetti alla trapanese»

Wenn es um Pasta geht, bin ich gnadenlos. Gnadenlos hungrig, glücklich, probierfreudig.
Aber es gibt auch Rezepte, die dürfen nicht verändert werden, die sind für mich so, wie sie sind, perfekt. Dazu gehört in jedem Fall das Rezept zu Spaghetti alla trapanese, welches seine Wurzeln in sizilianischem Boden hat, und für mich drei unschlagbare Eigenschaften besitzt:
- Man hat die Zutaten entweder zu Hause, oder schnell zur Hand.
- Nichts und niemand muss dafür sein Lebenslicht aushauchen, und:
- Es ist Soulfood, weil es glücklich macht.
Als Primo Piatto für 4 Personen, oder für zwei hungrige als Sologang:
Man holt eine Flasche Rotwein aus dem Keller, zieht den Korken und lässt den Wein kurz aufatmen. Dann füllt man einen großen Topf Wasser für die Spaghetti, und nicht vergessen: Einen kräftigen Schwung Meersalz hinzu. Was die Pasta im Topf nicht abbekommt, kann man durch Nachsalzen nicht mehr wirklich retten. Es wird salzig statt schmackig.
Während das Wasser heiß wird, füllt man ein Weinglas üppig mit dem Rotwein auf, probiert einen ersten, kräftigen Schluck und wirft dabei um die 150 Gramm Mandelkerne fettlos in eine Pfanne und röstet sie warm, nicht dunkel. Es geht nur darum, die leckeren Öle in der Mandel zu erwärmen, damit sie noch mehr Aroma abgeben. Dann in den Mörser oder in die Küchenmaschine damit, und zu einem groben Pulver zerkleinern. Wichtig bei diesem Rezept: Nicht alles in kleinste Atome malmen, sondern eine Stufe gröber. Dann verstärkt man den ersten Eindruck des Rotweines durch einen zweiten, und füllt danach das Glas auf. Zeit, eine Zehe frischen Knoblauchs im Mörser mit etwas Salz zu einer Paste zu zerreiben. Je frischer der Knoblauch, umso feiner der Geschmack. Ist er semi-frisch, dann entfernt man den kleinen grünen Trieb in der Mitte, bekannt als «der Stinker». Die Paste aus dem Mörser kratzen, zur Seite stellen.
Vier Hand voll abgezuppelte Basilikumblätter erst grob klein schneiden, dann im Mörser ebenfalls grob schreddern, oder die Arbeit die Küchenmaschine erledigen lassen. Mandelklein, Knoblauchpaste und Basilikum zusammen in einer großen Schüssel mischen. Dazu kommt jetzt die gleiche Menge an Pecorino oder Parmesan, je nach Gusto um die 150 bis 200 Gramm. Frisch gerieben, mit Liebe untergerührt. Um das ganze geschmeidig zu bekommen (nicht flüssig! Geschmeidig.) rührt man das beste Olivenöl unter, welches man im Haus hat. Es wird nicht erhitzt, sondern nur durch die Pasta erwärmt, also gerne eins mit Charakter und Frische wählen. Mit Meersalz und frisch gemahlenem schwarzen Pfeffer abschmecken, fertig (Anmerkung für Schweizer Leserinnen und Leser: Das geht natürlich auch mit Bio-Sbrinz aus der Innerschweiz).
Und da man gerade noch den Geschmack des Pesto im Mund hat, kann man diesen mit dem Geschmack des Rotweines bekannt machen. Die beiden mögen sich, prächtig. Flasche außerhalb der Reichweite stellen.
In der Zwischenzeit kocht das Pastawasser. Spaghetti schwimmen schicken, Kochzeit merken. 500 Gramm richtig schmackige Kirschtomaten halbieren. Sind die nicht vorhanden, andere finden. Größe dann egal, Hauptsache Geschmack. Zur Not klein schneiden. Die Kirschtomaten über dem Pesto zerdrücken, und mit den Händen alles richtig durch- und einkneten.
Handarbeit ist da das A und O, so macht das jede sizilianische Nonna, so habe ich das auch eingebläut bekommen. Keine Maschine, Handarbeit. Für den Geschmack. Noch mal abschmecken, und eventuell mit Olivenöl geschmeidig rühren. Den Rotwein in zwei Gläser füllen und über die leere Flasche wundern.
Spaghetti direkt aus dem Wasser heben und heiß wie sie sind in die Schüssel mit dem duftenden Pesto versenken. Durchrühren. Den Duft genießen. Auf die Teller verteilen. Jeden Bissen genießen! Den Wein dazu trinken. Danke sagen.

Ich empfehle übrigens wärmstens, den 1. Platz zu machen, da eine Führung durch das Delinat-Institut wirklich sehr lohnenswert ist. Meine persönlichen Eindrücke Eine Führung durchs Paradies von letztem Jahr gibt es als Appetizer und Ansporn.
HIER entlang geht es zum Pastawettbewerb.
Da die Zeit jetzt knapp ist, den Bona Rossa noch zu ordern (was aber immer noch geht), kann man sich auch an den Degustationsnotizen entlang hangeln und drauf los kochen.
Und weil ich die Ehre habe -neben meinen geschätzten Mitjuroren- in der Jury zu sitzen, habe ich erstens selbst die Nudel in die Hand genommen (aber ich und M., wir dürfen natürlich nicht mitspielen) und dieses Rezept hier vorgelegt, und zweitens platze ich fast vor Neugier, was alles eingesendet wird.
Folgt einfach diesem LINK, und lest, was wir Juroren so alles in die Töpfe geworfen haben.
Pasta zum Bonarossa: «Spaghetti alla trapanese»

Wenn es um Pasta geht, bin ich gnadenlos. Gnadenlos hungrig, glücklich, probierfreudig.
Aber es gibt auch Rezepte, die dürfen nicht verändert werden, die sind für mich so, wie sie sind, perfekt. Dazu gehört in jedem Fall das Rezept zu Spaghetti alla trapanese, welches seine Wurzeln in sizilianischem Boden hat, und für mich drei unschlagbare Eigenschaften besitzt:
- Man hat die Zutaten entweder zu Hause, oder schnell zur Hand.
- Nichts und niemand muss dafür sein Lebenslicht aushauchen, und:
- Es ist Soulfood, weil es glücklich macht.
Als Primo Piatto für 4 Personen, oder für zwei hungrige als Sologang:
Man holt eine Flasche Rotwein aus dem Keller, zieht den Korken und lässt den Wein kurz aufatmen. Dann füllt man einen großen Topf Wasser für die Spaghetti, und nicht vergessen: Einen kräftigen Schwung Meersalz hinzu. Was die Pasta im Topf nicht abbekommt, kann man durch Nachsalzen nicht mehr wirklich retten. Es wird salzig statt schmackig.
Während das Wasser heiß wird, füllt man ein Weinglas üppig mit dem Rotwein auf, probiert einen ersten, kräftigen Schluck und wirft dabei um die 150 Gramm Mandelkerne fettlos in eine Pfanne und röstet sie warm, nicht dunkel. Es geht nur darum, die leckeren Öle in der Mandel zu erwärmen, damit sie noch mehr Aroma abgeben. Dann in den Mörser oder in die Küchenmaschine damit, und zu einem groben Pulver zerkleinern. Wichtig bei diesem Rezept: Nicht alles in kleinste Atome malmen, sondern eine Stufe gröber. Dann verstärkt man den ersten Eindruck des Rotweines durch einen zweiten, und füllt danach das Glas auf. Zeit, eine Zehe frischen Knoblauchs im Mörser mit etwas Salz zu einer Paste zu zerreiben. Je frischer der Knoblauch, umso feiner der Geschmack. Ist er semi-frisch, dann entfernt man den kleinen grünen Trieb in der Mitte, bekannt als «der Stinker». Die Paste aus dem Mörser kratzen, zur Seite stellen.
Vier Hand voll abgezuppelte Basilikumblätter erst grob klein schneiden, dann im Mörser ebenfalls grob schreddern, oder die Arbeit die Küchenmaschine erledigen lassen. Mandelklein, Knoblauchpaste und Basilikum zusammen in einer großen Schüssel mischen. Dazu kommt jetzt die gleiche Menge an Pecorino oder Parmesan, je nach Gusto um die 150 bis 200 Gramm. Frisch gerieben, mit Liebe untergerührt. Um das ganze geschmeidig zu bekommen (nicht flüssig! Geschmeidig.) rührt man das beste Olivenöl unter, welches man im Haus hat. Es wird nicht erhitzt, sondern nur durch die Pasta erwärmt, also gerne eins mit Charakter und Frische wählen. Mit Meersalz und frisch gemahlenem schwarzen Pfeffer abschmecken, fertig (Anmerkung für Schweizer Leserinnen und Leser: Das geht natürlich auch mit Bio-Sbrinz aus der Innerschweiz).
Und da man gerade noch den Geschmack des Pesto im Mund hat, kann man diesen mit dem Geschmack des Rotweines bekannt machen. Die beiden mögen sich, prächtig. Flasche außerhalb der Reichweite stellen.
In der Zwischenzeit kocht das Pastawasser. Spaghetti schwimmen schicken, Kochzeit merken. 500 Gramm richtig schmackige Kirschtomaten halbieren. Sind die nicht vorhanden, andere finden. Größe dann egal, Hauptsache Geschmack. Zur Not klein schneiden. Die Kirschtomaten über dem Pesto zerdrücken, und mit den Händen alles richtig durch- und einkneten.
Handarbeit ist da das A und O, so macht das jede sizilianische Nonna, so habe ich das auch eingebläut bekommen. Keine Maschine, Handarbeit. Für den Geschmack. Noch mal abschmecken, und eventuell mit Olivenöl geschmeidig rühren. Den Rotwein in zwei Gläser füllen und über die leere Flasche wundern.
Spaghetti direkt aus dem Wasser heben und heiß wie sie sind in die Schüssel mit dem duftenden Pesto versenken. Durchrühren. Den Duft genießen. Auf die Teller verteilen. Jeden Bissen genießen! Den Wein dazu trinken. Danke sagen.

Ich empfehle übrigens wärmstens, den 1. Platz zu machen, da eine Führung durch das Delinat-Institut wirklich sehr lohnenswert ist. Meine persönlichen Eindrücke Eine Führung durchs Paradies von letztem Jahr gibt es als Appetizer und Ansporn.
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Donnerstag, 22. September 2011
Foodprints Kanada - Dies war keine Übung.
foodcoach, 12:32h
Liebe Leser und Leserinnen,
das geht an alle, die sich jetzt stark wundern, warum ein Food-Blog, welches auch noch "gut essen!" heißt, ausschließlich Burger, Steaks und Deep Fried Food auf Bildern als Langzeitstrecke zeigt.
Als wir nach Kanada flogen, wusste ich noch nicht, dass das hier am Ende dabei herauskommt. Wir wählten auch die Ostküste, weil dort die Küche europäisch geprägt sein soll, wir dachten an frisches Seafood, neue Interpretationen der französischen Küche, an reisen und schlemmen. Und saßen am Ende immer wieder vor den gleichen Karten und hörten im Hintergrund die Fritteusen schmurgeln. Selbst wenn wir noch so dringend wollten, bekamen wir sehr selten (wie man sehen kann) gutes, frisches Essen, welches gekonnt gekocht wurde, und dem nicht das letzte Lebenslicht ausfrittiert wurde.
Es war für mich am Ende ein Experiment, wie z.B bei Supersize me, was mein Körper so macht, wenn er knappe vier Wochen so ernährt wird. Ich muss dazu sagen, dass ich eine wirklich gute Esserin bin (wie man wiederum sehen kann, ich sage nur "Len's Steaks"), aber zu Hause gibt es anderes Frühstück (dunkle Stulle mit Käse /Gemüse / Salzbutter), und ich esse nie und nimmer so viel Fleisch, wie dort in Kanada. Hätte ich dort auch nicht getan, wenn es Alternativen gegeben hätte, also andere als Hummer zu essen. Den esse ich nämlich schon gar nicht.
Ich habe in diesen Wochen nur 1,5 Kilo zugenommen, was jetzt weder schlimm war, noch sonst irgendwas, aber wären wir nicht so viel Wandern gewesen und auch sonst aktiv, dann wäre es sicher mehr geworden. Was mir wiederum zeigt, wo das Übergewicht in diesen Ländern herkommt. Ich sehe es in der Superstores mit seinen Supergrößen, in den Restaurants mit ihrer Fertignahrung, an den XL-Menüs und den gigantischen Trinkbechergrößen. Kein Mensch, auch kein Amerikaner, braucht einen Liter Cola zu einer Mahlzeit. Aber wem sag ich das.
Mein Versuch, jeden Tag zu Mittag einen frischen Salat zu bekommen, war mühselig. Sprach ich die Bedienung an, ob sie die Sauce (zum Ceasars Salad) selber machen würden, lachten 99% fröhlich, und erklärten mir, das sei doch Quatsch, es gäbe doch die gute von Heinz.
Ein Blick in die "Salatdressingstraße" eines Supermarktes lieferte mir dann die Bestätigung. Hier gab es ganz Europa in allen Geschmacksrichtungen und Ausführungen (bis hin zu Greek Salad Fat free, kein Witz) und jede gängige Fast-Food-Kette mit ihrem angeblichen Super-Farmer-Dressing auf Halde. Die verlässlich schmecken, und keine Arbeit erfordern. Am Ende schmecken sie alle wie eine Idee eines Dressings, künstlich und irgendwie lahm.
Wir trafen auch auf echte Köche, und die hatten richtig Spaß, ausgehungerte wie uns zu verwöhnen. Wir gaben die Teller absolut blank zurück, selbst die Deko war köstlich.
Zwei Dinge, die ich nicht vergessen werde: Ein Frühstück bei Tim Horton, die überall in der Werbung so was von gepuscht werden und sich offensichtlich totaler Beliebtheit erfreuen. Das war keine Nahrung, das war Verarschung. Und dann diese Plastikschüssel, randvoll mit frittierten Jacobsmuscheln. Dazu gab es -natürlich- kleine Plastikschälchen mit Heinz-Sauce. Hätten sie ein Messer mit serviert, ich hätte den Koch kastriert.
Zwei Jahre später denke ich dennoch wehmütig an all die Momente zurück, weil eins ist sicher:
Wenn man eine Reise tut, dann kann man was erzählen.
Mein Karmakonto habe ich hoffentlich wieder ausgeglichen, weil schwerer als all das frittierte wog am Ende mein Gewissen, wenn ich wieder Fleisch auf dem Teller hatte.
In diesem Sinne :)
#
Die kompletten Foodprints findet man HIER, allerdings muss man zurückgehen, der Anfang ist am Ende, Blog eben.
Die kompletten Reisenotizen Kanada findet man HIER, ebenfalls rückwärts.
das geht an alle, die sich jetzt stark wundern, warum ein Food-Blog, welches auch noch "gut essen!" heißt, ausschließlich Burger, Steaks und Deep Fried Food auf Bildern als Langzeitstrecke zeigt.
Als wir nach Kanada flogen, wusste ich noch nicht, dass das hier am Ende dabei herauskommt. Wir wählten auch die Ostküste, weil dort die Küche europäisch geprägt sein soll, wir dachten an frisches Seafood, neue Interpretationen der französischen Küche, an reisen und schlemmen. Und saßen am Ende immer wieder vor den gleichen Karten und hörten im Hintergrund die Fritteusen schmurgeln. Selbst wenn wir noch so dringend wollten, bekamen wir sehr selten (wie man sehen kann) gutes, frisches Essen, welches gekonnt gekocht wurde, und dem nicht das letzte Lebenslicht ausfrittiert wurde.
Es war für mich am Ende ein Experiment, wie z.B bei Supersize me, was mein Körper so macht, wenn er knappe vier Wochen so ernährt wird. Ich muss dazu sagen, dass ich eine wirklich gute Esserin bin (wie man wiederum sehen kann, ich sage nur "Len's Steaks"), aber zu Hause gibt es anderes Frühstück (dunkle Stulle mit Käse /Gemüse / Salzbutter), und ich esse nie und nimmer so viel Fleisch, wie dort in Kanada. Hätte ich dort auch nicht getan, wenn es Alternativen gegeben hätte, also andere als Hummer zu essen. Den esse ich nämlich schon gar nicht.
Ich habe in diesen Wochen nur 1,5 Kilo zugenommen, was jetzt weder schlimm war, noch sonst irgendwas, aber wären wir nicht so viel Wandern gewesen und auch sonst aktiv, dann wäre es sicher mehr geworden. Was mir wiederum zeigt, wo das Übergewicht in diesen Ländern herkommt. Ich sehe es in der Superstores mit seinen Supergrößen, in den Restaurants mit ihrer Fertignahrung, an den XL-Menüs und den gigantischen Trinkbechergrößen. Kein Mensch, auch kein Amerikaner, braucht einen Liter Cola zu einer Mahlzeit. Aber wem sag ich das.
Mein Versuch, jeden Tag zu Mittag einen frischen Salat zu bekommen, war mühselig. Sprach ich die Bedienung an, ob sie die Sauce (zum Ceasars Salad) selber machen würden, lachten 99% fröhlich, und erklärten mir, das sei doch Quatsch, es gäbe doch die gute von Heinz.
Ein Blick in die "Salatdressingstraße" eines Supermarktes lieferte mir dann die Bestätigung. Hier gab es ganz Europa in allen Geschmacksrichtungen und Ausführungen (bis hin zu Greek Salad Fat free, kein Witz) und jede gängige Fast-Food-Kette mit ihrem angeblichen Super-Farmer-Dressing auf Halde. Die verlässlich schmecken, und keine Arbeit erfordern. Am Ende schmecken sie alle wie eine Idee eines Dressings, künstlich und irgendwie lahm.
Wir trafen auch auf echte Köche, und die hatten richtig Spaß, ausgehungerte wie uns zu verwöhnen. Wir gaben die Teller absolut blank zurück, selbst die Deko war köstlich.
Zwei Dinge, die ich nicht vergessen werde: Ein Frühstück bei Tim Horton, die überall in der Werbung so was von gepuscht werden und sich offensichtlich totaler Beliebtheit erfreuen. Das war keine Nahrung, das war Verarschung. Und dann diese Plastikschüssel, randvoll mit frittierten Jacobsmuscheln. Dazu gab es -natürlich- kleine Plastikschälchen mit Heinz-Sauce.
Zwei Jahre später denke ich dennoch wehmütig an all die Momente zurück, weil eins ist sicher:
Wenn man eine Reise tut, dann kann man was erzählen.
Mein Karmakonto habe ich hoffentlich wieder ausgeglichen, weil schwerer als all das frittierte wog am Ende mein Gewissen, wenn ich wieder Fleisch auf dem Teller hatte.
In diesem Sinne :)
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Die kompletten Foodprints findet man HIER, allerdings muss man zurückgehen, der Anfang ist am Ende, Blog eben.
Die kompletten Reisenotizen Kanada findet man HIER, ebenfalls rückwärts.
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Mittwoch, 21. September 2011
Foodprints Kanada – 21.09.2009
foodcoach, 11:05h
Frühstück@ Starbucks in Halifax, 9:54

Frühstück in Zivilisation. Der beste Kaffee seit ewig (das mieseste Sandwich seit langem).
Mittag@Airport Halifax 13:20

1 Fass Coke pro Person called "Coke Size S". Supersize me, am eigenen Leib.

Mein Burger (einfach mit Ceasars Salad), der letzte Burger auf kanadischem Boden. Dazu der obligatorische Liter Cola.
Da es der letzte ist (Hurra!), versuche ich ihn zu genießen.

M.s Burgerberg (Double-Double mit allem)- Der letzte auf kanadischem Boden.
Abend@ Condor Flugzeug YHZ - DUS

Comfort-Class-Gedeck. Käsenudeln, Feta-Salat, Käse (franz) mit Trauben, Körnerbrötchen, Strudel.
Für Flugzeugfutter wirklich gut.
#
Die Reisenotizen zu den Foodprints gibt es drüben in meinem Heimathafen, HÜPF.

Frühstück in Zivilisation. Der beste Kaffee seit ewig (das mieseste Sandwich seit langem).
Mittag@Airport Halifax 13:20

1 Fass Coke pro Person called "Coke Size S". Supersize me, am eigenen Leib.

Mein Burger (einfach mit Ceasars Salad), der letzte Burger auf kanadischem Boden. Dazu der obligatorische Liter Cola.
Da es der letzte ist (Hurra!), versuche ich ihn zu genießen.

M.s Burgerberg (Double-Double mit allem)- Der letzte auf kanadischem Boden.
Abend@ Condor Flugzeug YHZ - DUS

Comfort-Class-Gedeck. Käsenudeln, Feta-Salat, Käse (franz) mit Trauben, Körnerbrötchen, Strudel.
Für Flugzeugfutter wirklich gut.
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Die Reisenotizen zu den Foodprints gibt es drüben in meinem Heimathafen, HÜPF.
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Dienstag, 20. September 2011
Foodprints Kanada – 20.09.2009
foodcoach, 10:29h
Frühstück @ B&B 8:42

Frühstück in unserem B&B.
Es gibt frischen Kartoffelauflauf aus dem Ofen, Muffins, und ein 120 Jahre altes Japanerpaar, welches literweise Heinz-Ketchup verschlingt. Es ist vor neun am Morgen.
Mittag fiel Dank Frühstück komplett aus, und der Reise zum Opfer.
Abend@ Halixax, "The Five Fisherman", 19:05

Erste Vorspeise, erstes sehr gut für den Abend, grandiose Muscheln, warme Butter, Zitrone, fertig.

Zweiter Vorspeise: Vorspeisenteller von der Vorspeisenbar, wo auf Wunsch alles frisch zubereitet wird, auch die Muscheln. Oliven, Kirschtomaten - das alles schmeckte traumhaft nach Wochen der Abstinenz.

Hauptgericht bei mir: Grillfisch auf XL-Bulgur, mediterran angehaucht. Sehr lecker.

M. hatte Meerestier mit Süßkartoffeln und Gemüse leicht orientalisch angedacht. Mit Basmati.

Dessert. Warmer Caramel, ganz schwerer, leckerer, mürbiger Boden, das dazwischen verdrängt. Geduldig lehnt eine Kugel Vanilleeis mit Beeren am Kuchen. Oder hängt schwer am Caramel.
(Danach war ein Spaziergang die Halifax'schen Hills hoch ein Muss, aber kaum noch zu schaffen. Nachtisch kann Leben kosten!)
Location: The Five Fishermen
#
Die Reisenotizen zu den Foodprints gibt es drüben in meinem Heimathafen, HÜPF.

Frühstück in unserem B&B.
Es gibt frischen Kartoffelauflauf aus dem Ofen, Muffins, und ein 120 Jahre altes Japanerpaar, welches literweise Heinz-Ketchup verschlingt. Es ist vor neun am Morgen.
Mittag fiel Dank Frühstück komplett aus, und der Reise zum Opfer.
Abend@ Halixax, "The Five Fisherman", 19:05

Erste Vorspeise, erstes sehr gut für den Abend, grandiose Muscheln, warme Butter, Zitrone, fertig.

Zweiter Vorspeise: Vorspeisenteller von der Vorspeisenbar, wo auf Wunsch alles frisch zubereitet wird, auch die Muscheln. Oliven, Kirschtomaten - das alles schmeckte traumhaft nach Wochen der Abstinenz.

Hauptgericht bei mir: Grillfisch auf XL-Bulgur, mediterran angehaucht. Sehr lecker.

M. hatte Meerestier mit Süßkartoffeln und Gemüse leicht orientalisch angedacht. Mit Basmati.

Dessert. Warmer Caramel, ganz schwerer, leckerer, mürbiger Boden, das dazwischen verdrängt. Geduldig lehnt eine Kugel Vanilleeis mit Beeren am Kuchen. Oder hängt schwer am Caramel.
(Danach war ein Spaziergang die Halifax'schen Hills hoch ein Muss, aber kaum noch zu schaffen. Nachtisch kann Leben kosten!)
Location: The Five Fishermen
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Montag, 19. September 2011
Foodprints Kanada – 19.09.2009
foodcoach, 16:15h
Frühstück@ Zimmer im Spinnaker Inn 9:23

Da wir im "Spinnaker Inn" Selbstversorger sind, gibts Hasenbrote vom Vortag. Hier Roastbeefsandwich mit ausgedachtem Käse, geschmacksneutral.
SpätMittag@ Magnolia's Grill. Platz ergattert nach langem Rumstehen. 16:15

Rundumblick

16:18

M.'s frisch gemachte Limonade.
16:32

Muscheln mit warmer Butter und frischer Zitrone für mich.

M. hatte einen Burger mit Gorgonzola-Irgendwas und Chips. Beides laut eigener Aussage sehr sehr gut..
Abend@Knot Pub, Lunenburg.

20:06

Ich hatte einen Salat mit Saucenflecken (auf Ketchup und Tabasco-Basis) und frischen Pommes Frites.Dazu viel Bier.
Weil musste.

M. hatte Burger n Frittes. Nach heute Mittag eine rasante Talfahrt nach unten.
Location: Knot Pub
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Da wir im "Spinnaker Inn" Selbstversorger sind, gibts Hasenbrote vom Vortag. Hier Roastbeefsandwich mit ausgedachtem Käse, geschmacksneutral.
SpätMittag@ Magnolia's Grill. Platz ergattert nach langem Rumstehen. 16:15

Rundumblick

16:18

M.'s frisch gemachte Limonade.
16:32

Muscheln mit warmer Butter und frischer Zitrone für mich.

M. hatte einen Burger mit Gorgonzola-Irgendwas und Chips. Beides laut eigener Aussage sehr sehr gut..
Abend@Knot Pub, Lunenburg.

20:06

Ich hatte einen Salat mit Saucenflecken (auf Ketchup und Tabasco-Basis) und frischen Pommes Frites.Dazu viel Bier.
Weil musste.

M. hatte Burger n Frittes. Nach heute Mittag eine rasante Talfahrt nach unten.
Location: Knot Pub
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